TIPPS

Anbautipps

DIE RICHTIGE SORTE WÄHLEN

Reagieren Sie mit der Auswahl auf Ihre Standortbedingungen: erhöhte Kältetoleranz in Moorlagen und bei Mulchsaat, mehr Standfestigkeit und schlanke Blattstellung im Hagelstrich. Liegen Sie in Blattdürre-Gefährdungslagen, benötigen Sie eine Sorte mit HTR-Toleranz. Außerdem sollten Sie eine Grundsatzentscheidung treffen: mehr Masse oder höhere Energiedichte? Wägen Sie ab, auf die richtige agaSAAT-Sorte kommt es an.

BESSER FRÜH AUSSÄEN

Die Statistik und die Erfahrung stimmen überein: eine frühe Aussaat um die dritte Woche im April erwies sich in den letzten Jahren als ideal. Energiedichte und Standfestigkeit verbessern sich bei gleichbleibendem Energie-Ertrag, die Wuchshöhe bleibt kürzer. Wichtig sind die Bodentemperaturen, sie sollten mindestens 8° Celsius in 5 Zentimetern Tiefe betragen. Achtung also in Spätfrostlagen!

AUF DIE DICHTE ACHTEN

Je enger Ihr Mais steht, umso höher werden Masse-Ertrag, Wuchshöhe, Abreifedauer und Wasserbedarf – im Idealfall bedeutet das Mehrertrag für Sie. Bei Trockenheit erhöht sich aber auch der Stress im Bestand. Stehen Ihre Pflanzen weniger dicht, gewinnen Sie an Energiedichte, Standfestigkeit und Toleranz bei Dürre, senken aber den Ertrag. Was liegt Ihnen mehr?

SORGFÄLTIG DÜNGEN

Ideal für Mais ist eine Unterfußdüngung mit leicht verfügbarem Phosphat und Stickstoff in Pflanzennähe. Der Dünger sollte etwa 5 cm entfernt vom Maiskorn abgelegt werden, jedoch Vorsicht: Bei zu naher Ablage kann es zu Verätzungen des Samenkorns kommen. Denken Sie daran, zuviel Stickstoff (>200kg/ha) verzögert die Abreife. Behalten Sie auch die Kalium-Versorgung im Auge.

FRÜHE PFLANZENSCHUTZMASSNAHMEN TREFFEN

Wenn die Problemunkräuter wie Quecke, Distel oder Ackerschachtelhalm zuschlagen, wird es ärgerlich. Wichtig ist ein rechtzeitiger Einsatz von Bodenherbiziden, auf den man zwar gerne möglichst lange verzichten will. Warten Sie aber zu lange, schirmen die großen Unkräuter schon den Boden ab, die Wirkung der Pflanzenschutzmittel verpufft. Meist lohnt sich also die frühzeitige Behandlung.

RECHTZEITIG ERNTEN

Gutes Timing ist das A und O. Für eine ideale Silage sollte Ihr Mais einen Trockensubstanz-Gehalt von zwischen 30 und 36 Prozent haben. Bei Notreife durch Trockenheit oder bei Frühfrost sollten Sie schnell ernten. Gerade Frostschäden lassen die Pflanze rasch Wasser verlieren und den TS-Gehalt in die Höhe schnellen. Außerdem siedeln sich Bakterien und Pilze an. Dann ist rasches Handeln gefragt.

SCHNITTHÖHE WÄHLEN

Eine Maßnahme zur Erhöhung des Trockensubstanz-Gehalts im Silo ist der Wechsel auf eine Schnitthöhe von 30 Zentimetern. Dadurch verlieren Sie zwar 3-4% Ertrag, behalten aber den Kolben mit seiner Stärke und hohem TS-Gehalt vollständig im Silo. So steigt der Stärkegehalt um 3-4% und der TS-Gehalt um 1%. Allerdings eignet sich diese Strategie nur für längere Sorten.

MIT DER ÖFFNUNG WARTEN

Qualität braucht Zeit: Idealerweise öffnen Sie das frische Silo erst nach bis zu 5 Wochen. Dann hat sich der pH-Wert im Inneren durch die Milchsäureproduktion so weit abgesenkt, dass Ihre Futterkonserve haltbar geworden ist. Achten Sie darauf, dass während der Wartezeit keine Luft eindringen kann, sonst vermehren sich schädliche Hefepilze oder andere unerwünschte Bakterien.

MASSVOLL VORSCHIEBEN

Ein maßvolles, gleichmäßiges Tempo beim Vorschub verhindert, dass sich die nächste Ration zu schnell nacherwärmt und dadurch an Wert verliert. Schieben Sie im Winter 1 bis1,5 Meter pro Woche, im Sommer 1,5 bis 2 Meter pro Woche vor und achten Sie außerdem auf eine saubere Anschnittfläche. So haben Sie möglichst lange allerbeste Qualität in Ihrem Silo.



Quellen: http://www.smul.sachsen.de/de/wu/Landwirtschaft/lfl/Fachinformationen/Pflanzenproduktion/Pflanzenbaurat/235.htm http://www.landwirtschaftskammer.de/fachangebot/ackerbau/pdf/tabellen-mais-problemunkraut.pdf http://www.strickhof.ch/_cf/news.cfm?id=2869 http://www.dekalb.de/mais/mais_duengung.html

Silagetipps

SAUBER SILIEREN

Die beste Silage ist das Ergebnis von Genauigkeit und dem richtigen Vorgehen. Eine reibungslose Erntekette und eine saubere Siloanlage sind die Ausgangspunkte. Ideal ist ein Silo von 8 bis 10 Metern Breite. So können Sie nebeneinander befüllen und festwalzen, am besten immer in dünnen Schichten. Befüllen Sie in einem Zug, und schichten Sie nicht zu hoch, denn ab 2,5 Metern lässt die Walzqualität nach. Schließlich möchten Sie 200kg pro Kubikmeter erreichen. Achtung: Am Ende luftdicht abdecken!

Düngung

Von Dipl. Ing. agr. (FH) Thomas Arens

Der Kalkbedarf in Abhängigkeit vom Düngesystem

Unter den humiden Klimaverhältnissen in Mitteleuropa beträgt der jährliche Kalkverbrauch auf landwirtschaftlichen Flächen zwischen 300 und 600 kg CaO je Hektar. Dies entspricht der Kalkmenge, die dem Boden zugeführt werden muss, um den aktuellen Kalkzustand zu erhalten.

Kalkverbrauch ausgleichen

Die Höhe des Kalkverbrauchs im konkreten Einzelfall ist abhängig von Faktoren wie Bodenart, jährlicher Niederschlagsmenge, angebauter Kultur und vor allem des im Boden entstehenden oder in den Boden eingetragenen Säurepotentials. Mit der Erhaltungskalkung müssen diese verbrauchten Mengen regelmäßig ausgeglichen werden. Statistische Aufzeichnungen über die letzten 60 Jahre lassen erkennen, dass der Absatz an Kalkdüngern in der Landwirtschaft absolut gesehen in diesem Zeitraum zwar leicht gestiegen ist. Allerdings ging dies einher mit einer starken Abnahme der Anwendung kalkhaltiger Düngemittel, wie z.B. Thomasphosphat oder Thomaskali sowie einer Zunahme des Einsatzes physiologisch sauer wirkender Dünger. Aufgrund dieser Veränderung in den Düngesystemen hat sich der Saldo aus Kalkeintrag und Kalkverbrauch auf den landwirtschaftlichen Flächen im betrachteten Zeitraum deutlich verschlechtert.

Mineraldüngung

Wenn von physiologisch sauer wirkender Düngung die Rede ist, muss in erster Linie die Stickstoffdüngung der Flächen betrachtet werden. Die mineralische N-Düngung erfolgt üblicherweise in Form von Nitrat (NO3-), Ammonium (NH4+) oder Harnstoff, wobei letzterer enzymatisch im Boden zu Ammonium umgewandelt wird. Nitrat-N ist bezüglich der Bodenversauerung als wenig kritisch zu betrachten. Bei der bakteriellen Umwandlung des Ammonium-N zu Nitrat-N (Nitrifizierung) werden Wasserstoffionen freigesetzt, welche versauernd wirken: Der Boden-pH sinkt. Um dem entgegenzuwirken, wird Kalk benötigt, und zwar etwa im Verhältnis 2 kg CaO je kg Ammonium-N. Allerdings ist es für den Landwirt nicht einfach zu erkennen, wie hoch der Anteil an Ammoniumstickstoff in seinem Düngesystem ist. Daher sei auf den Kalkwert der Düngemittel nach Sluijsmans verwiesen, wie in Tabelle 3 dargestellt. Dort ist auch der zusätzlich versauernde Einfluss vieler schwefelhaltiger Dünger entsprechend berücksichtigt. Bei sehr hohen Boden-pH-Werten (> pH 7,2) und auch abhängig von der jeweiligen Kultur (z.B. Kartoffeln) kann eine säurebetonte Düngung allerdings hinsichtlich der Verfügbarkeit einiger Spurennährstoffe auch von Vorteil sein.

Organische Düngung

Rund ein Drittel der in Deutschland und auch in Baden-Württemberg gedüngten N-Menge ist organischen Ursprungs. Etwa 50 Prozent davon entfallen auf Gülle und Biogärreste. Beim mikrobiellen Abbau organischer N-Verbindungen (N-Mineralisierung) wird Ammonium-N gebildet, welches im Verlauf der nachfolgenden Nitrifizierung bodenversauernd wirkt. Rindergülle, obwohl diese einen vergleichsweise hohen pH von über 7 aufweist, enthält etwa 50 Prozent des Gesamt-N als Ammonium-N. Bei Schweinegülle liegt der Ammoniumanteil bei gut 2/3 des Gesamt-N-Gehalts. Ähnlich verhält es sich bei Biogärresten. Der erforderliche Kalkausgleich für die Düngung mit Gülle steht dem für die Stickstoffdüngung mit Handelsdüngern nicht nach und kann diesen sogar übersteigen (s. Tab. 1). Dies wird allzu häufig nicht beachtet und vielerorts ist der Kalkmangel erkennbar an der häufig schlechten Bodenstruktur in Güllebetrieben. Insgesamt muss die Kalkversorgung des Bodens dem jeweiligen Düngesystem angepasst werden. Genauen Aufschluss über die Kalkbedürftigkeit gibt nur eine Bodenuntersuchung. Bei mangelnder Kalkversorgung leiden Nährstoffverfügbarkeit und Bodenstruktur mit dem Ergebnis unzulänglicher oder zu teuer erkaufter Erträge. Auf kalkbedürftigen Standorten ist der monetäre Effekt der Kalkdüngung umso größer, je teurer die übrige Düngung ist und je höher die Erlöse für die angebauten Früchte sind. Bereits bei niedrigen Düngerkosten und niedrigen Erzeugerpreisen amortisieren sich die Kosten einer Kalkdüngung über die damit verbundene Verbesserung der Effizienz im Pflanzenbau mit dem Ergebnis eines nachhaltigen Bodenschutzes.

Tabelle 1: Kalkverbrauch der Gülledüngung

Tabelle 2: Kalkwerttabelle

Hinweis:

Die Kalkwerttabelle ist nicht geeignet zum Vergleich einzelner Düngemittel, sondern dient dem Vergleich der Kalkzufuhr bzw. des Kalkverlustes unterschiedlicher Düngesysteme.

Tabelle 3: Einfluss verschiedener Düngemittel auf den Kalkzustand (Quelle: Landesarbeitskreis Düngung; nach Sluijsmans)

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